Oslo-Attentäter tötet auch Stiefbruder von Mette-Marit

25.07.2011 16:57

Mette Marit
Foto:Reuter

Der erste Hafttermin nach den Anschlägen in Norwegen mit fast hundert Toten findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das entschied der zuständige Richter nach Angaben des TV-Senders NRK kurz vor dem Eintreffen des mutmaßlichen Attentäters Anders Behring Breivik im Osloer Stadtgericht. Damit folgt das Gericht den Forderungen von Staatsanwaltschaft und Polizei.

Breivik gab die Anschläge zu, wies jedoch zurück, strafbar gehandelt zu haben. Als Motiv gab er an, die norwegische Gesellschaft revolutionieren zu wollen. Bei der Bombenexplosion am Freitag in Oslo kamen sieben, bei dem anschließenden Blutbad auf der Insel Utøya mindestens 86 Menschen ums Leben.

Die Opferzahl bei den beiden Anschlägen ist derweil möglicherweise niedriger als bisher angenommen. Landespolizeichef Øystein Mæland kündigte am Montagmorgen im TV-Sender NRK an, dass im Tagesverlauf eventuell eine nach unten korrigierte Zahl der Toten veröffentlicht werde. Bisher hatten die Behörden von mindestens 86 Toten beim Massaker in einem Sommerlager auf der Insel Utøya und mindestens sieben Toten durch die Bombenexplosion im Osloer Regierungsviertel gesprochen.

Mæland wollte noch keine konkreten Angaben zu den neuen Zahlen machen. Er verwies auf eine komplizierte Aufklärungsarbeit bei der Identifizierung von Toten und bei den Angaben über Vermisste. Dabei habe man die Zahlen möglicherweise zunächst zu hoch angesetzt.

Der Polizeichef sagte weiter: „Jeder und jede einzelne Getötete sind eine Katastrophe. Aber dass es insgesamt wohl weniger sind, ist eine gute Nachricht in diesem sonst so trostlosen Bild.“

In ganz Norwegen wurde der überwiegend jugendlichen Opfer des beispiellosen Verbrechens um 12.00 Uhr mit einer Schweigeminute gedacht. Der rechtsradikale Breivik hatte in Verhören nach den beiden Anschlägen vom Freitag mit mindestens 93 Toten erklärt, dass er seine Motive vor dem Haftrichter darlegen wolle. Dafür wünsche er Öffentlichkeit. In seinem sogenannten Manifest im Internet hatte Breivik geschrieben, dass er die Zeit nach einer möglichen Festnahme als „Propagandaphase“ nutzen wolle.

Quelle:Handelsblatt

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